Freundeskreis Zliuuini

Auf diesen Seiten möchten wir Sie über den „Freundeskreis Zliuuini“ informieren und Ihnen die Aktivitäten des freiwilligen Zusammenschlusses von Heimatforschern aufzeigen.

Die vielfältigen Aktivitäten des aktuellen Jahres finden Sie direkt hier, die Aktivitäten der vergangenen Jahre hier.

2026


Dr. Peter Müller 90 Jahre

Dr. Peter Müller vom Freundeskreis Zliuuini feiert seinen 90. Geburtstag - 18.07.2026

Unser geschätzter Freund Dr. Peter Müller feiert am 18. Juli 2026 sein 90. Lebensjahr. Seit vielen Jahren bereichert er den Freundeskreis Zliuuini nicht nur durch sein tiefes Fachwissen, sondern auch durch sein unermüdliches Engagement bei unseren Veröffentlichungen und Vorträgen. Wir danken ihm für seine kreativen Ideen, seine Gewissenhaftigkeit bei der Textarbeit und seine allzeit offene und hilfsbereite Art.

Lieber Peter, wir gratulieren dir herzlich zu diesem besonderen Meilenstein mit einem Gedicht des Freundeskreises verfasst von Gisbert!! Für die Zukunft wünschen wir dir Glück, Gesundheit und dass uns deine Energie noch lange erhalten bleibt!

Wir freuen uns auf die weitere gemeinsame Zeit und wünschen dir: Auf ein frohes und gesundes weiteres Schaffen!

Gedicht zum 90ten Geburtstag von Dr. Peter Müller - verfasst von Gisbert Mönnich

Allgemeines


Vom Freundeskreis wurden und werden Veranstaltungen zur Regionsgeschichte durchgeführt. Der Bereich der Aktivitäten umfasst z. B. Ausstellungen, Buchvorstellungen und Textbeiträge. Sämtliche Aktivitäten können Sie in den Jahresberichten nachlesen, Berichte über die Veranstaltungen können Sie im Folgenden nachvollziehen.

Erläuterung des Begriffes "Zliuuni"

Der Ausdruck " zliuuini lusice“ bezeichnet den ehemaligen slawischen Gau Schlieben in der westlichen Niederlausitz. Der Ausdruck wird „sliuwini“ gesprochen und bedeutet so viel wie Pflaumenort. Er bezeichnet das slawische Gebiet, das ungefähr dem heutigen Amt Schlieben entspricht. Die Stadt Schlieben (ca. 2400 Einwohner) und das Amt Schlieben (ca. 201 km² Fläche) liegen im Ostteil des Elbe-Elster-Kreises, im Land Brandenburg.

Erläuterung

„Aus der mittelalterlichen Geschichte ist der Begriff pagus zliuuini lusizi, also Gau Schlieben in der Lausitz, überliefert ... Es handelt sich um die Erneuerung einer Schenkungsurkunde durch Kaiser Otto II., in der er die Privilegien für das Erzbistum Magdeburg, dem ehemaligen Moritzkloster, verliehen durch seinen Vater Otto I. ausdrücklich bestätigte ... Aus verschiedenen Burgorten, die sich an Mulde, Elbe und Schwarzer Elster befanden, sollte aus dem Verkauf von Honig ... dem Kloster der zehnte Teil in damaliger Währung zufließen. Schlieben zählte zu den betreffenden Burgorten. Diese Stiftung Otto I. trat 956 in Kraft. Dieses Jahr wird daher als das älteste Datum der Schliebener Ortsgeschichte angesehen."


Der Text der Urkunde in Latein – genauer gesagt Mittellatein (Kirchen- und Urkundenlatein des Mittelalters).

In nomine sanetae et individuae trinitatis. Otto divina favente clementia imperator augustus. Quoniam regiae vel imperatoriae dignitatis | officium est ane-toritate sua statum accelesiarum dei corroborare: idcirco nos rogatu et admonitione dilectissime genitricis nostrae domnae Adalheidis super statu sanctae Magadaburgensis accclesiao sollicite cogitantes ob memoriam et remedium animao piissimi genitoris nostri domni Ottonis qui eam in honore sanctorum apostolorum Petri et Paali et sancti Mauricii martyris a fundamento construxit, autoritatis nostrae privilegiis seu decretis munire decrevimus et ut in co dignitatis vel excellentiae vigore quo idem excellentissimus noster genitor illam sublimavit, permaneat nec in aliquo liberalitatis vel munificentiarum ab illo sibi collatarum quiddam detrimenti patiatur, certissime volumus; praedia etiam et territoria seu aedificia vel mancipia seu quecumque donaria quibuscumque regni nostri partibus cidem accclesiae ab co collata vel cuiuscumque sint beneficia vel iam in eiusdem habeantur acclesiae vestitura, nostra iterum auetori-tate roboramus et ne ab aliquo vel infirmentur vel minuantur, omnimodo iubemus. Castella vel municipia in orientali parte Albiae fluminis sita, Pechone scilicet, Gummere et Loztoue cum omnibus appendicis et utilitatibus suis sicut ipse pissimus genitor noster sancto Mauricio munificentissime optulit, nos quoque auctoritatis nostrae praecepto eidem recclesine roboramus et confirmamus, omnemque decimam mellis vel adquisitionis aut venundationis in provintiis vel pagis subnominatis, hoc est Sinsli, Citice, Sirmanti, Cholidiki, Noletiki juxta Mildam Aumen, Nidkike in quo Belgora, parvum Noletiki abi Turguo stat, Citice iuxta Albiam, Chuntici, Duolauki in quo Broto, Nidkike cui comes Hodo praeesse videtur, Zliunini, Lusice, Ploni, Kiruisti, Buchune, Nigenburg, Zizoua et in toto Morkeni totoque Drenzile et Heuoldo, sicut beatae memoriae genitor noster sancto Mauricio liberaliter optulit, nos quoque pro amore cins cidem accclesiae offeri-mus donamus et confirmamus et no ab aliquo fidelium nostrorum qui casdem regiones so vel in beneficium vel in ministerium habent, cadem decima subtrahatur, hoc praesenti praecepto firmissime inbemus, sed archiepiscopi sanctae Magadaburgensis aecclesiae haee et suprascripta omniaque a pio genitore nostro pro dei amore et remedio animao suae illue oblata suis ut res aecclesiasticas iuxta libitum usibus adiungant. Et ut hoc autoritatis nostrae praeceptum firmum et stabile permanent, cartam hane con-ss scribi et anuli nostri impressione signari iussimus, quam et manu propria subtus firmavimus.

I Signum domni Ottonis (MF.) magni et invictissimi imperațoris augusti.

1 Vuillisus cancellarius [advice]m Rotberti [ar]chicancella(rii] subscripsi. 1 (SL. D.) (SR.)

Data non. iun. anno dominicae incarnationis DCCCOLX[xiI, in|dictione XIII, anno

imperii domni Ottonis • serenissimi imperatoris augusti vul'; actum Magndaburg;

in dei nomine felicliter amen].

Wo findet man noch so alte Urkunden und deren Erläuterungen (von 973)?

Hier ist die vollständige Übersetzung des Textes, inklusive der Eskatoll-Formeln (Schlusskreuz, Kanzlervermerk, Datierung und Ortsangabe) am Ende der kaiserlichen Urkunde:

Übersetzung

Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit. Otto, durch göttliche Gunst und Milde erhabener Kaiser (Imperator Augustus).

Da es die Pflicht des königlichen oder kaiserlichen Amtes ist, den Zustand der Kirchen Gottes durch die eigene Autorität zu stärken, haben wir – auf Bitten und Mahnung unserer geliebtesten Mutter, der Herrin Adelheid, und in inständiger Sorge um den Zustand der heiligen Magdeburger Kirche – zum Gedenken und für das Seelenheil unseres frömmsten Vaters, des Herrn Otto, der sie zu Ehren der heiligen Apostel Petrus und Paulus und des heiligen Märtyrers Mauritius von Grund auf erbaut hat, beschlossen, sie mit den Privilegien oder Dekreten unserer Autorität zu schützen.

Wir wollen ganz sicherstellen, dass sie in jener Kraft der Würde und Vortrefflichkeit fortbesteht, zu der unser besagter, höchst vortrefflicher Vater sie erhoben hat, und dass sie keinerlei Schaden an der ihm von jenem verliehenen Großzügigkeit oder den Schenkungen erleidet. Auch die Landgüter und Territorien, Gebäude oder Eigenleute (Mancipien) sowie jegliche Schenkungen, die jener Kirche von ihm in irgendwelchen Teilen unseres Reiches übertragen wurden, oder wessen Lehen sie auch seien oder was sich bereits im Besitzrecht (vestitura) dieser Kirche befindet, bestätigen wir erneut durch unsere Autorität und befehlen ausdrücklich, dass sie von niemandem geschwächt oder geschmälert werden.

Die Burgen oder Befestigungen, die im östlichen Teil des Flusses Elbe gelegen sind, nämlich Pechone (Pöthen), Gummere (Gommern) und Loztoue (Lostau), mit all ihrem Zubehör und Nutzen, so wie sie unser frömmster Vater selbst dem heiligen Mauritius hochherzig dargebracht hat, bestätigen und bekräftigen auch wir jener Kirche durch das Gebot unserer Autorität.

Ebenso den gesamten Zehnten von Honig, Erwerb oder Verkauf in den unten genannten Provinzen oder Gauen, das sind:

Sinsli (Schafstädt/Gau Suesli), Citice (Zitzgau), Sirmanti (Serimunt), Cholidiki (Chutizi), Noletiki an der Mulde (Milda) ,Nidkike, in dem Belgora liegt, und das kleine Noletiki, wo Torgau (Turguo) steht, Citice an der Elbe ,Chuntici ,Duolauki, in dem Broto liegt, Nidkike, dem der Graf Hodo vorzustehen scheint, Zliunini, Lusice (Lausitz), Ploni ,Kiruisti (Chruwisti) ,Buchune, Nigenburg (Nienburg)Zizoua, und im gesamten Morkeni sowie im gesamten Drenzile und Heuoldo (Havelland).

Wie unser Vater seligen Angedenkens dies dem heiligen Mauritius großzügig dargebracht hat, so überreichen, schenken und bestätigen auch wir es aus Liebe zu ihm derselben Kirche. Und wir befehlen mit diesem gegenwärtigen Gebot aufs Strengste, dass dieser Zehnte von keinem unserer Getreuen, die dieselben Regionen entweder als Lehen (beneficium) oder als Amt (ministerium) innehaben, entzogen wird, sondern dass die Erzbischöfe der heiligen Magdeburger Kirche diese und alle oben geschriebenen Güter, die von unserem Cavaliere-Vater aus Liebe zu Gott und zum Heil seiner Seele dorthin dargebracht wurden, wie Kirchenmitglieder nach eigenem Belieben für ihren Bedarf nutzen.

Und damit dieses Gebot unserer Autorität fest und beständig bleibt, haben wir befohlen, diese Urkunde aufzuschreiben und mit dem Eindruck unseres Ringes zu siegeln, und wir haben sie unten mit eigener Hand bekräftigt.

(M.) Handzeichen des Herrn Otto, des großen und unbesiegbarsten erhabenen Kaisers.

Ich, Kanzler Willigis, habe in Stellvertretung des Erzkänzlers Ruotbert gegengezeichnet.

Gegeben an den Nonen des Juni (5. Juni) im Jahre der Fleischwerdung des Herrn 973, in der 13. Indiktion, im [...] Jahr des Imperiums des Herrn Otto, des allergnädigsten erhabenen Kaisers; vollzogen zu Magdeburg; im Namen Gottes glücklich Amen.

Erläuterungen zum Schlussteil:

(M.) / (MF.): Steht für Monogramma / Monogramma Firmavit. Zeigt an, wo in der Originalurkunde das kaiserliche Monogramm (Namenszeichen) platziert ist, das der Kaiser eigenhändig vervollständigte.

Willigis & Ruotbert: Willigis war der berühmte Kanzler Ottos II. und spätere Erzbischof von Mainz. Ruotbert (Rotbert) war der Erzkänzler und Erzbischof von Trier.

(SL. D.) / (SR.): Verweist im Editionsdruck auf den Platz des Siegels (Sigillum) und der Rekognitionszeile.

Datierung (973): Die römische Jahreszahl im Text ist leicht beschädigt/ergänzt (DCCCOLX[xiI]) und steht für das Jahr 973 (Kurz nach dem Tod Ottos des Großen, ausgestellt von seinem Sohn Otto II.).

Hinweise zur Übersetzung:

Schreibfehler im Original: Der lateinische Text enthält zeittypische (bzw. abschriftliche) Schreibfehler, z. B. accelesiarum / accclesiao / recclesine statt ecclesiae (Kirche), ane-toritate / auetori-tate statt auctoritate (Autorität) oder pissimus statt piissimus (der frömmste). Diese wurden in der Übersetzung sinngemäß korrigiert.

Orts- und Gau-Namen: Viele der im Text genannten Namen beziehen sich auf slawisch-deutsche Grenzregionen und Gaue im heutigen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg (z. B. Fluss Albia = Elbe, Milda = Mulde, Hodo = Markgraf Hodo).

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