Historische Flurnamen
Buchvorstellung Flurnamen-Buch
Buchankündigung und Vorstellungs-Veranstaltung
Der Freundeskreis präsentiert am 03. Juli 2021 neuestes Buch über "Historische Flurnamen"
Der Freundeskreis Zliuuini präsentiert sein neuestes Buch zum Titel "Von Aaskuhle über Landwehr und Springhufen bis Zschritzschken - Über historische Flurnamen und Objektbezeichnungen des Schliebener Landes".
Für jede Gemeinde des Schliebener Landes wurden die ermittelbaren Flurnamen (insges. über 1 500) zusammengestellt, auf Karten verortet, mit Lagebeschreibung und Bedeutung des Namens dargestellt. Eine solche Darstellung gab es bisher in und für unsere Region- und darüber hinaus- noch nie.
Ort/ Zeit: Sonnabend, 3. Juli 2021, Drandorfhof Schlieben, 16:00 - 17:30 Uhr, Eintritt ist frei.
Alle Interessenten und Neugierige sind herzlich eingeladen.
Der Buchverkauf vor Ort erfolgt durch den Verlag.
www.regia-verlag.de
Buchvorstellung am 03.07.2021 in Schlieben
Schliebener Flurnamen geben Geheimnisse preis
Wie die LR schon berichtete, hatte der heimatkundliche Freundeskreis Zliuuini für den 3.7. angekündigt, erstmalig für das Schliebener Land ein Buch über Flurnamen der Region zu präsentieren.
Diese einmalige Gelegenheit, sich über ein fast vergessenes regionalhistorisches Forschungsproblem- unsere Flurnamen- zu informieren, nutzten viele Interessenten aus dem Schliebener Land sowie umliegender Regionen.
Der Referent, Hr. Dr. Gert Wille vom Freundeskreis, stellte nicht nur eigene neue Erfahrungen aus der Erforschung von 1500 Flurnamen aus 22 Gemeinden vor, sondern er erläuterte auch eine vom Freundeskreis selbst entwickelte Herangehensweise, um aus der Bedeutung der Flurnamen neue Erkenntnisse zu gewinnen. Nicht der einzelne Flurname aus einer Gemeinde bringt die Erkenntnisse, sondern die Bündelung verschiedener Flurnamen mit gleichem Inhalt („Cluster-Bildung“) erbringt erstaunliche Ergebnisse.
Als Beispiel erläuterte der Referent das Cluster „Mittelalterliche Verteidigungsanlagen im Schliebener Land“. Solche Flurnamen wie Hack, Häk, Hacksch u. ä. weisen auf Reste von Landwehren hin (mind. 33% aller Gemeinden). Dazu kommt noch mehrfach der Klarname „Landwehr“, so dass letztlich über 50% der Gemeinden Flurnamen aus diesem Teil der einfachen Verteidigungsanlagen aufweisen. Nimmt man noch die bisher bekannten Standorte von Burgwällen hinzu, steigt der Wert noch deutlich. Aber auch so genannte „Annäherungshindernisse“, die das Anrücken von Feinden zumindest aufhalten und Chaos unter diesen stiften sollten, gehören zum Cluster, z. B. der „Horst“ als dichtes Buschgebiet, der „Werder“ als Wasser- oder Sumpfgebiet und das „Verhau“ als Sperre von Wegen durch gefällte Bäume. Damit weisen etwa 70% aller Gemeinden des Schliebener Landes derartige verteidigungsspezifische Flurnamen auf.
Ähnliche Cluster erläuterte Dr. Wille auch an Hand von „Weinbergen“sowie der Nutzung fremder Sprachen für Flurnamen bis hin zum Flämischen.
Übrigens: Die Vielzahl der Dorfnamen, die mit „Franken…“ beginnen, weist keineswegs darauf hin, dass diese Orte nur von Siedlern aus der Nürnberger Region gegründet wurden. Hier kamen Siedler aus dem gesamten damaligen Ostfränkischen Reich in unsere Region und verwendeten den Begriff „Franke“ für ihr Herkunftsland, das ja von der Nordsee bis zu den Alpen reichte.
Letztlich war der Aha- Effekt bei der Diskussion mit den Teilnehmern deutlich zu spüren.
Freundeskreis Zliuuini, Dr. Gert Wille